Julie Hastrup „Vergeltung“, Piper 2012, 400 S.
Im dänischen Ringkøbing wird die Leiche der 22-jährigen Anna gefunden, die auf dem Weg von der Disco nach Hause ermordet wurde. Aus Kopenhagen wird die Sonderermittlerin Rebecca Holm zur Hilfe bei den Ermittlungsarbeiten geschickt. Nur widerwillig kehrt Rebecca in ihre alte Heimatstadt zurück, zu schrecklich sind die Erinnerungen, die sie eigentlich verdrängen will: der Tod ihres kleinen Bruders und die Probleme mit ihrer Mutter.
Mit einem eigenen Ermittlungsstil, den sie erst gegen die Kollegen vor Ort durchsetzen muss, erkennt Rebecca sehr schnell, dass der Mörder sein Opfer gekannt haben muss. Mehrere Verdächtige gibt es, viele Spuren werden verfolgt, zumal das Verbrechen an einen ungelösten Fall von vor 20 Jahren erinnert. Schnelligkeit und Effizienz ist gefragt, denn plötzlich wird ein kleines Mädchen entführt, dessen Name ebenfalls „Anna“ lautet.
Die Aufklärung des aktuellen Mordes an Anna ist lange nicht so einfach, wie es zunächst scheint, dazu gibt es viele Überraschungsmomente. Wie sehr sind der Vorsitzende der Kirchengemeinde von Ringkøbing, Annas Eltern oder ein zufälliger Disco-Flirt am Verbrechen beteiligt? Was wissen Annas Freundinnen? Und gibt es noch Personen, die sich an die Umstände des ungelösten Verbrechens von vor 20 Jahren erinnern?
Der Dänin Julie Hastrup ist ein rasanter Krimi gelungen mit einer gut gezeichneten Ermittlerin, die nicht nur gegen Täter sondern auch mit sich selbst kämpft. Rebeccas Vergangenheitsgeschehen wird im Roman typographisch hervorgehoben. Die Geschehnisse sind in der Handlung jedoch nicht miteinander verwoben und machen den Krimi lediglich noch spannender.

Thriller aus Dänemark
Rezension von Alessandra