Tag Archiv für Film

Bessere Zeiten – schwedische Romanverfilmung

“Bessere Zeiten” – Ein Film von Pernilla August nach dem schwedischen Roman von Susanna Alakoski

KURZINHALT
Eines Morgens erhält Leena (Noomi Rapace) einen Anruf von einem Krankenhaus ihrer Heimatstadt. Ihre Mutter liegt im Sterben, sie soll sofort kommen. Doch Leena zögert. Sie hat lange damit gekämpft, ihre Kindheit hinter sich zu lassen, hat mit diesem Teil ihres Lebens eigentlich längst abgeschlossen. Mittlerweile hat sie eine eigene Familie und führt ein
zufriedenes Leben mit ihrem Mann Johan (Ola Rapace) und ihren beiden kleinen Töchtern. Doch Johan lässt Leena keine Ruhe und macht sich mit ihr und den Kindern auf den Weg zur Mutter. Es ist der Beginn einer Reise, während der Leenas Kindheitserinnerungen wieder aufleben. Erinnerungen an ihre Eltern, die ihre Hoffnungen auf eine glückliche Zukunft im Alkohol ertränkten und deren Streitereien immer mehr die kleinen Momente des Glücks
zerstörten. Während Leena und ihr Bruder versuchten ihr Leben zu meistern, jeder auf seine Weise: ihr Bruder, indem er sich in seine eigene Welt zurückzog, sie selbst, indem sie zwischen Schwimmwettkämpfen und Treffen mit ihrer besten Freundin den Schein der Normalität zu wahren versuchte. Eine Normalität, die nie existierte – was sie sich aber auch in ihrem jetzigen Leben noch nicht eingestehen will. Als Leena zum ersten Mal seit Jahren wieder ihrer Mutter gegenüber steht, ist sie jedoch gezwungen, sich mit den Schatten ihrer
Vergangenheit auseinanderzusetzen.

Kino-Freikarten könnt Ihr hier gewinnen …

Kinostart: 8. Dezember 2011

 

 

Spür die Angst

Spür die Angst                     Filmplakat EASY MONEY

Johan Westlund alias JW kommt vom Land nach Stockholm, reist seiner älteren Schwester nach, die spurlos verschwunden ist. Um mit seinen neuen Freunden, junge Männer aus Stockholms Oberschicht, mithalten zu können und das Partyleben mit Alkohol, Drogen, teurer Kleidung und teuren Frauen finanzieren zu können, arbeitet JW zunächst neben seinem Studium als Taxi-Nachtfahrer für Abdulkarim. Als dieser JW ein Angebot macht, Kokain im großen Stil zu verkaufen, kann er nicht ablehnen, aus finanziellen Gründen aber auch, um tiefer in Stockholms Unterwelt einzutauchen und dem Verschwinden seiner Schwester auf den Grund zu gehen. Sein einziger Hinweis dabei: sie hat einen Mann mit einem gelben Ferrari kennen gelernt.

Dieser Krimi von Jens Lapidus bietet eine völlig neue Perspektive beim lesen. Abgesehen von ein paar Vernehmungs- und Protokollnotizen bekommt man es kaum mit Ermittlungsarbeit geschweige denn Ermittlern zu tun. Die „Bösen“ sind hier die Hauptdarsteller und aus ihrer Sicht beschreibt Jens Lapidus die andere Seite Stockholms. Dieses gelingt ihm mit kurzen, prägnanten Sätzen, indem er drei Haupthandlungs-Stränge nebeneinander laufen lässt, die sich doch kreuzen, ja unweigerlich kreuzen müssen. Neben dem bereits erwähnten JW nimmt der geflohene Sträfling Jorge, ein Chilene, den zweiten Handlungs-Strang für sich in Anspruch. Verwoben mit einem serbischen Gangstersyndikat, welches ihn nach der Flucht am liebsten „aus dem Verkehr“ ziehen möchte, trifft man auch schon auf Handlungs-Strang Nummer drei, der sich um den Bodybuilder und serbischen Ex-Soldaten Mrado webt, eine wichtiger Handlanger des großen Bosses Radovan, der einer der Herrscher von Stockholms Unterwelt ist.

Gemeinsam ist allen Dreien, dass sie ein anderes, besseres Leben führen wollen als bisher.

Detailliert beschreibt der Autor die Verhältnisse in Stockholm, die alles andere als glänzend sind, nennt sogar Namen von real existierenden Orten und Personen, kratzt an der gesellschaftlich zur Schau gestellten Oberfläche.

Die Übersetzung ist gelungen, wer allerdings einen Thriller erwartet, sollte nicht allzu enttäusch sein. Es ist ein guter, solide geschriebener Krimi, der einem mal die „andere“ Seite bietet.

Das Buch war Vorlage zu dem Film „Easy Money“ (Snabba Cash), der bisher mit drei schwedischen Filmpreisen ausgezeichnet wurde und jetzt in den deutschen Kinos angelaufen ist.

 

Rezension geschrieben von Alessandra